Fahrtenbuch: Anekdoten von Harros Tanke

Feuer unter der Nase - Harros Zigarettensortiment

Kunde:
Harro! Ich finde in Deinem Automaten keine „R6“!

Harro:
„R6“ führe ich nicht!
Wenn Du rauchen willst, dann kannst Du „Rote Hand“ oder „Reval“ und noch ein paar andere bei mir kriegen.
„R6“ ist doch nur Feuer unter der Nase; dann brauchst Du eigentlich überhaupt nicht zu rauchen!

Eggert Peters (war von 1966 (Auto ab 1968) bis 1979 in CLZ.)

Harro – Zwischenmenschliches (zum Ersten)

Rechts vor der Garage steht ein herrenloser VW-Käfer –tiefergelegt, Zusatzinstrumente, Motorhaube mit Gummiknebeln auf Schlitz gestellt(Ich bin mir nicht sicher, ob Wolfgang Nickel es war, der damals so etwas in dieser Richtung bearbeitet hat)

Ein interessierter Neukunde hüpft um das Auto herum und fängt an der Befestigung der Motorhaube zu nesteln, um sich das Aggregat und die Doppelvergaseranlage näher anzusehen.
Harro im Vorbeigehen: „Du, das laß mal!“

Der Student (bin mir nicht sicher, ob es einer war) macht weiterhin Öffnungsversuche.
Harro (jetzt schon sehr viel eindringlicher):
„Du, lass das zu! Das hat er sich fertiggemacht, wenn Du das ansehen willst, dann musst Du ihn schon fragen, wenn er da ist.
Ich mach doch auch nicht Deine Hose auf und guck nach, was drin ist!“

Eggert Peters (war von 1966 (Auto ab 1968) bis 1979 in CLZ.)

Harro – Handwerkliches

Es gilt das Kupplungs-Ausrücklager am Käfer zu wechseln. Termin war (für Studenten zu einer fast mitternächtlichen Zeit) ganz früh, ich glaube so etwa ½ 8.
In der Nacht Schnee, Graupel und naß, dazu erbärmlich kalt.
Ich erschien zur vereinbarten Zeit und war drauf gefasst, dass eine Verschiebung angesagt wäre. Zaghaftes Klingeln von mir an der Tür. Harro erschien in der Lederweste (Wenn die erzählen könnte!) mürrisch und wortkarg – eben ein echter Morgenschweiger.
Nee, vereinbart bleibt alles wie besprochen. Die Züge abgeschlossen, vier dicke Bolzen und nach zwanzig Minuten war der Motor nach der altbekannten „auf-den-alten-Reifen-Runterfallen-lassen-Methode“ auch draussen.

Eggert Peters (war von 1966 (Auto ab 1968) bis 1979 in CLZ.)

Harro – Handwerklich-pädagogisches

Über die Hilfsbereitschaft ist in diesem Forum schon viel Wahres gesagt worden.
Eine Facette erscheint mir noch erwähnenswert:

Es war nicht nur einfach ein „Hier wird Ihnen geholfen“, sondern es wurde nach Erfordernissen und Fähigkeiten geholfen und gefördert.

Zündkerzenwechsel ging etwa so:
„Hier hast Du schon mal die Kerzen.
Hol Dir schon mal den Schlüssel von der Werkbank und mach die alten raus.“

Wer ohne Nachzufragen dies in vertretbarer Zeit erledigt hatte, vielleicht sogar die neuen eingebaut hatte, galt als versiert und dürfte später auch anspruchsvolle Tätigkeiten ausüben.
Großes Vertrauen genoß man, wenn Harro die Kontrolle delegierte: „Guck mal nach, ob der das richtig gemacht hat!“
Natürlich wurde denjenigen, die nicht so erfolgreich waren, ohne zu Murren geholfen.

Eggert Peters (war von 1966 (Auto ab 1968) bis 1979 in CLZ.)

Harro – Zwischenmenschliches (zum Zweiten)

Neben dem Dank und der Anerkennung, die in vielen Beiträgen zwischen den Zeilen steht, muß man auch feststellen, dass Harros direkte Art und sein Humor bisweilen auch polarisiert. So finde ich, wenn ich von den alten Zeiten schwärme, auch Ehemalige, die keinen oder fast keinen Kontakt zur Institution „Harro“ fanden.

Ich stehe mit Harro zu einem Plausch am Verkaufstresen (Rollplatz). Ein Kunde drückt langsam die Tür auf, nähert sich zögerlich dem Innenraum, wirft aus den Augenwinkeln einen verstohlenen Blick auf „Praline“ und deutlichere Nackedei-Schriften, schlurft dann aber doch zu uns rüber und kommt erst spät mit seinem Wunsch heraus.
Harro, als wir wieder allein sind: „Du ich erkenne das sofort, ob es ein Mathematiker, Chemiker oder Physiker ist!
(Das mit der Pauschalisierung der Physiker hat mich ein wenig betrübt, schließlich bin ich immer noch der Meinung, dass wir bei Mayer, Hölzl und Geist auch recht knuffige Studenten hatten.)

Eggert Peters (war von 1966 (Auto ab 1968) bis 1979 in CLZ.)

Mein erster verkorkster Versuch zu Tanken

Ende März 1972 kaufte ich mir in Teichhütte einen 10 Jahre alten blauen VW-Käfer. Stolz wie Oskar präsentierte ich das Auto meinen Freunden. Auch Ingrid und Ali waren darunter. Ali meinte gleich: „Mit der Karre kannst Du nur zum Harro fahren. Dort kriegst Du Benzin und der repariert auch sehr günstig.“

Dann war es Zeit, zu tanken, denn ich wusste nicht, ob die Tankanzeige noch funktionierte oder nicht. Wie Ende März früher üblich, lag noch jede Menge Schnee und ich fuhr die Schulstraße hoch. Vor den Tanksäulen standen zwei Autos. Dahinter war frei und ich entschloss mich zwischen Schaufenster und Tanksäulen zu fahren. Ich hatte aber nicht weit genug ausgeholt (es lag ja Schnee) und so erwischte ich mit dem rechten Trittbrett die Kante des Stützpfeilers, welcher das Dach über den Zapfsäulen trug. Es knirschte heftig…….

Dann kam Harro aus der Tür, den ich ja bis dahin nicht kannte, und schaute mich ganz ungläubig an. Er meinte nur ganz trocken: „Mädel, warum fährst Du denn hier hin. Es ist doch viel zu eng. Getankt wird vorne.“Am liebsten wäre ich im Erdboden versunken. Ging aber nicht - der Boden war ja gefroren!!! Harro guckte auf den Pfeiler, der zum Glück nicht beschädigt war und auch nicht wackelte, dann auf das zerdrückte Trittbrett. Danach sagte er: „Komm nächste Woche vorbei, ich bau Dir ein Neues dran.“

Für mich gab es seit diesem Ereignis keine andere Tankstelle mehr. Der alte Käfer war dann auch öfter kaputt. Aber Harro machte ihn immer wieder flott; und das alles irre günstig, manchmal auch kostenlos. 1974 verkaufte er das Auto für mich zu einem Super-Preis und es landete auf dem TSG-Sportplatz auf der Tannenhöhe, wo es noch einige Sommer lang als Rasenmäher eingesetzt wurde.

Auch nach seinem Umzug in die neue Tankstelle in der Andreasberger Str. bin ich dem Harro mit meinen nachfolgenden Autos ‚treu’ geblieben.1984 bin ich nach Kassel umgezogen. Aber zweimal jährlich, Frühling und Herbst, habe ich beim Harro die Reifen umstecken lassen. So brach der Kontakt nie ganz ab, bis er sich aus der Tankstelle, leider krankheitsbedingt, zurückziehen musste.  

Ich danke Harro von ganzem Herzen für seine stetige große Hilfsbereitschaft. Er ist für mich der beste Auto-Doktor, den es gibt. Ich wünsche ihm weiterhin alles Gute. 

Thea Hadwiger (Bauer)  

 

Gruß aus Sibirien

Harro, I hope you remember me. I certainly remember you. I was one of those, along with Gunther and Jochen and Alex, who thought we were helping but got in your way at the service station.Even for short-term visitors like me you reflected the character of Clausthal and made it such an easy place to fit in, even for a long-haired “Ami” like me. 

I’m sending long-distance fond thoughts to you on your birthday. Have a beer for me and think back on the good old days of the 1970s.

Tschuss, 

Howard Golden

Regional Director of Exploration - Russia 

Kinross Gold Corporation 

Magadan 685000

 

"Taste Benzin, und leg's Geld rein"

Ich erinnere mich noch genau, wie ich seinerzeit in der Rollstraße aufgetaucht bin und für meinen Opel Manta A einen Auspuff bei ihm gekauft habe. Das Ding wurde geliefert und ich habe mir einen seiner berühmten Wagenheber ausgeliehen und Ruck-zuck den Auspuff gewechselt. Unter den aufmerksamen Augen von Harro versteht sich, der dann irgendwann vor sich hin brummte: ‚Das machst Du auch nicht zum ersten Mal, oder?', was ich damals noch nicht als den ultimativen Ritterschlag zum Schrauber erkannt habe. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die bei Harro wirklich auf Gegenseitigkeit gegründet war. Er kümmerte sich um den Neubau seiner Station und ich hatte gelegentlich die Ehre, seine alte Tanke zu betreuen. Faszinierend einfach war die Kasse, die lediglich drei Konten Benzin, Öl und Arbeit kannte. Wenn er unter einem Auto lag und nicht zur Kasse gehen konnte, rief er dem Kunden zu: "Taste Benzin und leg's Geld rein". Er hatte nie einen Fehlbetrag, der ihn bekümmert hätte. 

Ich kenne noch viele solcher Geschichten, zum Teil selbst erlebt oder lebensecht nacherzählt und sie sind so wie meine Ausbildung zum Profischrauber unter Harro wichtiger Teil meiner Lebenserfahrung geworden. Nach mehr als 25 Jahren im Management bin ich nun zu meinen Wurzeln zurückgekehrt und habe im schönen Wien zusammen mit einem Partner einen Shop für Harleys aufgemacht. Wieder dreckige Finger, interessante Leute, brüllend komische Situationen und ein zufriedenes Lächeln, wenn ich abends müde heim komme. 

Danke, Harro, für eine lebenslange Freundschaft. 

Klaus-Martin Meier, Wien

 

Harro, hast Du einen kleinen buschigen Schwanz? 

Nach dem Umzug in die neue Station in der Andreasberger Straße änderte sich vieles und eine nie gekannte Organisation kehrte in Harros Tanke und seinen Alltag ein. Als ein nahezu fester Mitarbeiter von ihm habe ich so manche Stunde in dem Betrieb verbracht, der mich um viele Erfahrungen reicher gemacht und mein Studium nicht unerheblich verlängert hat.

Zurück zur Organisation und ihren oft unbeabsichtigten Konsequenzen. Unter der Theke wurden akribisch die Fahrzeugpapiere, die Schüssel und die damals so populären Schlüsselanhänger abgelegt, die keinesfalls verwechselt oder von schmutzigen Mechanikerhänden berührt werden durften. Eines Abends erschien eine reizende junge Dame und begehrte die Rückgabe ihres Autos, vermutlich war es ein Fiat oder ähnliches, aber  ein Exkurs über Harros Ansichten zu Vehikeln aus Italien sei anderen Schreibern vorbehalten. Sie zahlte, lächelte, erhielt ihren Schlüssel, die Papiere und strebte eilig Richtung Ausgang. Kurz vor der Türe hielt sie inne, da sie offenbar etwas Wichtiges vermisste und rief quer durch den zu dieser Zeit gut besuchten Shop: „Harro, Harro. hast Du einen kleinen, buschigen Schwanz?" Harro, selten verlegen um eine schnelle Antwort, fiel fast um und hielt ihr dann ein kleines Stückchen Seehundsfell in Form eines kleinen Schwänzchens hoch und fragte „Meinst Du den?". Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob die Kontroll-Leuchten der Tanksäulen oder das Gesicht der jungen Dame ein intensiveres Rot ausstrahlten, aber wann immer sie in den Shop kam, brach ein Gelächter aus und sie war immer gut zu hören. Die Geschichte vom im Staubsauger verschwundenen BH einer wirklich sehr attraktiven Käfer-Fahrerin erzähle ich vielleicht ein anders Mal. Und die Namen der beiden reizenden Damen bleiben unerwähnt.........

Klaus-Martin Meier, Wien

 

1.000.000 Kilometer mit Mercedes

Harro – der Vielfahrer

Kuriositäten gibt es manche in Harros Tankstellen-Geschichte. Dies ist eine der rätselhaftesten: Am 17. Februar beehrte sich die Daimler-Benz AG, Harro zum millionsten Kilometer mit Fahrzeugen der Marke Mercedes-Benz zu gratulieren und eine eindrucksvolle Urkunde zu liefern - unterschrieben von Verkaufschef Hans Jürgen Hinrichs. Harro rätselt noch heute, wie es dazu kommen konnte. Denn er besaß nicht nur nie im Leben einen Mercedes – er hatte auch nie einen Führerschein.

Jochen Kruse

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Wann wird's mal wieder richtig Winter?

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Früher war alles anders. In Clausthal gab es vor allem zwei Dinge: Nebel und Schnee. Während der Nebel den Studikern mächtig auf den Wecker ging und zu mancher Psychose führte, aber nicht übermäßig fotogen war, machte der Schnee vor allem denjenigen zu schaffen, die schippen mussten. Vor allem natürlich Harro. Hier werden sich in nächster Zeit eine Reihe von Hochschnee-Bildern sammeln - ohne Kommentar. Nur diesen Spruch von Harro: "Die TU Clausthal ist die einzige Uni der Welt mit zwei Wintersemestern."

Jochen Kruse

Benzin gab es immer: Hier wird ein Tankwagen aus Osterode zu Harro geschleppt
(Opel) Ascona im Schnee
Tunnelblick
Die Tanke im Schnee
Die Tanke im Schnee
Die Tanke im Schnee
In der Rollstraße gab es immer Schnee satt

Harros (unbewusste?) Vermarktungsstrategie seiner TANKE

Ich habe mir oft Gedanken gemacht, wie eine so kleine Bruchbude (sprich Tanke) aus dem Nichts in wenigen Jahren eine von vielen Menschen so beliebte, ja unbewusst zur Kultstätte von Auto- und Bikenarren gewordene Tanke, aber auch von Ottonormalverbrauchern, werden konnte. Die Antwort ist vielseitig.

1. Unbestritten ist die Zielstrebigkeit, Beharrlichkeit von Harro und seiner Marlies (im Hintergrund), aber vor allem die besondere Persönlichkeit "Harro", die sich in absoluter, ja "stoischer" Ruhe, aber auch durch lässige Abfuhr von Kunden, die nicht in sein Konzept passten, auszeichnete.

2. So fanden sich bald Studenten (meist arme), Arbeiter, Angestellte, Beamte (meist auch nicht reich) der TU Clausthal, aber eben auch der normale Harzer, in einer Familie von schraubenden und scherzenden Auto- und Motorradfans wieder. Der ruhende Pol des Ganzen war Harro. Er hörte hin, wenn jemand ein Problem mit seinem Fahruntersatz hatte, oder auch bei finanziellen privaten Problemen. Die Antwort war oft trocken, nüchtern, direkt, aber nicht verletzend. Und, wenn nötig half er auch aus. Ein Wunder für mich ist, dass er dabei trotzdem auf seine Kosten (sprich Einnahmen) kam. Ja, Kleinvieh macht auch Mist!

3. Es war eine günstige Zeit, da auch die "kleine Frau", "der kleine Mann" mobil sein wollte (auch mit wenig Geld). Die Steigerungen im Verkehr gingen in den 70iger/80iger/90iger Jahren rasant hoch. Jeder wollte auch ein besseres, neueres Auto oder Motorrad haben. Ich kenne es von mir. Öfter mal was Neues oder was Anderes.

Dies kurz zur Entwicklung von Harros Tanke.

Klaus Mielordt, Clausthal-Zellerfeld

 

Plattfuß am Hinterrad 

Es war so im Sommer 1968/1969. Ich war inzwischen stolzer Vater von einem Buben und einem Mägdelein, fuhr einen R4, mehr ging finanziell nicht. Aber als Hobby musste wieder einmal eine 250er BMW mit Seitenwagen her. Eines Tages hatte ich einen Fastplatten auf dem Hinterrad. Ich gehörte nicht unbedingt zu den "Schraubern". Also Harro sollte den Platten beheben. Bei Harro war es so Mitte der Woche. Frage: Wie lange dauert es wohl? Bis zum Wochenende, so Harro. Am Wochenende war das Motorrad immer noch platt. Harro: Ja, ich hab so viel zu tun, komm mal Mitte nächster Woche. Mitte nächster Woche: Motorrad immer noch platt. Harro: Tut mir leid, aber am Samstag! Ich zu Harro: Ich möchte doch wieder mal fahren. Harro: Ja, ja, ich weiß ja, aber am Samstag - kannst Dich darauf verlassen. Ich merkte, dass es ihn selbst mit der Vertrösterei ärgerte. Nun kommt es: SAMSTAG: MOTORRAD FERTIG ! Ich im Stillen: e n d l i c h ! Zu Harro: Was kostet es? Harro in seiner ruhigen Art: Du hast so lange gewartet - es kostet nichts! 

I. u. K. Mielordt, Clausthal-Zellerfeld

Bankhaus Harro Schönfelder 

Es geschah in der Zeit, als es in Clausthal noch keine Bankautomaten gab. Ich hatte wieder einmal zu lange im Institut verbracht. Sparkasse war zu. Zum Wochenende kein Geld. Harro macht es möglich. Ein Barscheck von mir, von Harro ohne Kosten, obwohl er ja den Scheck erst einlösen musste. Typisch Harro! Danke.

I. u. K. Mielordt, Clausthal-Zellerfeld

Als der Umweltschutz laufen lernte

Harro berichtet von einer Umweltkontrolle.

Ende der 60er Jahre mussten unsere Stadtväter auch mit der Zeit gehen und es wurde die Stelle eines Umweltbeauftragten eingerichtet. Die Neuerung wurde in den „Öffentlichen-Anzeigen“, unserem Käseblatt, mit einem großen, ganzseitigen Bericht angekündigt.
Es kam, wie es kommen musste, die Tankstellen wurden als erstes unter die Lupe genommen.
Meine Freunde vom „Bauhof“ informierten mich auch sofort mit den Worten: „Harro, du stehst morgen bei unserem Umweltschutzbeauftragten auf der Liste. Er ist ein scharfer Hund, und neue Besen kehren besonders gut. Außerdem muss er noch beweisen, wie wichtig er ist.“ 
Besagter Experte kam tatsächlich am nächsten Tag bei mir an der Tanke an, in Begleitung des Ordnungsamtleiters, des Bauhofsvorarbeiters, und ein Feuerwehrmann war auch dabei. 
Seine erste Frage war: „Wo lassen sie ihr Altöl?“ 
Damit hatte ich gerechnet. Üblich war ein 200-Liter-Fass in irgendeiner Schmuddelecke. Ich deutete mit meiner ölverschmutzten Hand auf ein Waschbecken. 
Ehe ich noch weiter sprechen konnte, wurde ich als Umweltsünder gestempelt und es folgten noch weitere böse Beschimpfungen. Eine Anzeige sollte erfolgen, verbunden mit einer enormen Geldstrafe. Im Hintergrund standen die drei begleitenden Herren, die ein breites Grinsen nicht unterdrücken konnten. 
Nun kam ich wieder zu Wort und zeigte den Herren die Abflussleitung, die im Fußboden verschwand und sagte dann: „Das Abflussrohr leitet das Altöl in einen unterirdischen 1000-Liter-Tank.“ 
Ich hatte drei Lacher auf meiner Seite, nur einer war stinksauer. 
Den Umweltbeauftragten habe ich in über 40jähriger Tätigkeit an meiner Tanke nicht mehr gesehen.
Harro. 

Das schönste Auto!

Es war vor langer, langer Zeit, also genauer gesagt im März 1975, Harro hatte noch seine kleine gemütliche Tankstelle, in der man nicht nur Benzin, sondern auch gute Ratschläge und Hilfe bekam.
Wir, also mein Mann Ali Kawiani und ich haben immer mit restlichen Autoteilen, Harros Hilfe und Beziehungen unser Auto selbst zusammengestellt. Zu dieser Zeit fuhren wir einen Ford Taunus (Badewanne). Das war die Einleitung.
Ali musste aus familiären Gründen nach Persien. Ich war mit unserem Sohn allein in Clausthal. Unsere Essensreserven waren aufgebraucht und ich wollte mit Bijan zu meinen Eltern nach Zellerfeld fahren. Es war sehr kalt und schon dunkel, der Autoschlüssel war dort, wo er hingehörte, aber trotz ständigem Starten und Gasgeben rührte sich der Wagen nicht von der Stelle. Nach fast eine Stunde waren sämtliche Freunde und Nachbarn um mich herum, die helfen wollten. Trotz schieben und Starterkabel usw. sprang der Wagen nicht an.
Ich rief eine Freundin an, um mich zu Harro abschleppen zu lassen. Ich klingelte bei Harro zu Hause, gab kurz eine Erklärung ab, und fuhr dann müde und genervt zu meinen Eltern.
Die Nacht war kurz, schlafen konnte ich nicht, weil die Sorge, Ali nicht zu Hause, Auto kaputt, groß gewesen war. Am anderen Tag fuhr ich mit großer Aufregung zu Harro.
Also Harro, fragte ich, was ist mit der Karre los, ist sie Schrott?  Mein Freund Harro lächelte mich an und sagte ganz langsam zu mir:
„Wenn kein Benzin im Tank ist, springt auch das schönste Auto nicht an.“ Alle Freunde, die sich immer bei Harro aufhielten, lachten. Ich schämte mich und fuhr mit vollem Tank nach Hause.

Dieser Satz von Harro bleibt mir in ewiger Erinnerung.
Ingrid Kawiani

Gestorbene Mäuse

Aus Harros Anekdoten-Fundus eine Geschichte über Mäuse:
Da war ein Student aus dem Iran, trotzdem ein echter Perser. Sein ganzer Stolz war sein betagter DKW 3=6.
Das machte den guten Kami zum Stammgast bei mir in der Werkstatt - und am Kaffeeautomaten. Kami war ein immer lachender und jederzeit zu Schabernak aufgelegter Mann. Eines Tages war er wieder mal bei mir mit seinem DKW, zum Zündkerzenwechsel. Plötzlich kam irgendein Student mit einer toten Maus in die Werkstatt. Wir klebten die tote Maus genau über dem Tacho aufs Armaturenbrett des DKW und wollten den entsetzten Aufschrei hören, wenn Kami die Maus sah. Das Auto wurde abgeholt, aber der Aufschrei blieb aus. Kami kam fast jeden Tag ,wenn’s auch nur zum Kaffee trinken war, vorbei.
Die tote Maus klebte nach wie vor an ihrem Platz und gehörte, zu aller unserer Enttäuschung, schon zum Auto .Nach etwa 14 Tagen hatte Kami die Maus nicht etwa gesehen. Nein, er hat sie gerochen. Mit den Worten: “Harro, Harro, Harro, bei mir im Auto sind gestorbene Mäuse, die stinken ganz schlimm…“
Harro

 

Der „rote Italiener“

Als ich 1986 mich so langsam mit dem Gedanken auseinandersetzte, mir ein eigenes Auto anzuschaffen, sprach ich im Vorfeld mit Harro darüber. Er sagte mir: “Janet, du kannst mir jedes Auto bringen, aber bitte keinen Japaner, keinen Franzosen und schon gar keinen Italiener“.
Und es kam wie es kommen mußte, die Gelegenheit ergab sich, daß ich sehr günstig einen knallroten Fiat 127 Sport erwerben konnte. Dieser hatte einen wahrlich nicht zu übersehenden Frontschaden, aufgrund eines Auffahrunfalles. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch und allen Charme, den ich nur aufbringen konnte, stellte ich Harro meine neue Errungenschaft vor, welche er mir doch bitte liebevoll reparieren sollte. - Und was soll ich sagen: Harro hat es einfach ohne mit der Wimper zu zucken gemacht. Es dauerte einige Zeit, und mein „roter Italiener“ war wie neu.
Das Glück währte jedoch nicht lange. Einige Wochen später fuhr mir ein Unbekannter eine riesengroße Beule in die Fahrertür. Man hätte glauben können, ein Elefant habe kurz ausgetreten. Der Verursacher hatte sich aus dem Staub gemacht. Völlig entnervt und frustriert fuhr ich zu Harro’s Tankstelle. Harro staunte nicht schlecht, sagte aber nichts, seufzte jedoch aus tiefster Seele.
Schon wieder hatte er meinen „roten Italiener“ auf dem Hof. An diesem Nachmittag entstand das Foto (siehe Autos & Kunden), auf dem meine Freundin Birgit, Werner Hansmann und ich völlig entnervt auf der Mauer vor der Harros Tankstelle sitzen. Wenig später kam, wie die Fotos zeigen, ein sehenswerter Oldtimer vorgefahren.
Janet Breidor, Ritterhude

 

Hilfe auf der Karriereleiter

In einem ausführlichen Schreiben meldet sich Jürgen Dempewolf, der Harro über viele Jahre seitens der Shell betreute, zu Wort. Den Wortlaut des Schreibens finden Sie hier. Auszug:

…Mein erster Eindruck vom technischen und baulichen Zustand der Tankstelle ist mit normalen Worten nicht zu beschreiben.Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, warum diese Tankstelle schon damals (1969) unter der Leitung von Harro wahnsinnige Erfolge hatte…Meinen ersten Besuch beendete ich ziemlich frustriert, aber mit größter Hochachtung vor den geschäftlichen Erfolgen des Betreibers Harro.
Erst später, nach vielen weiteren Besuchen, Gesprächen und eigenen Feststellungen verstand ich Harros Philosophie, die letztlich zu seiner Kundenakzeptanz, Beliebtheit und damit zu seiner geschäftlichen Erfolgsstory geführt hat…Ich war schon damals sicher, dass es ihm dabei mehr um die Nichtüberforderung seines zum großen Teil aus Studenten bestehenden Kundenkreises als um seinen eigenen Vorteil ging.
Diese meine Meinung wurde auch durch ein weiteres Ereignis, dessen Zeuge ich war, bestätigt. Ein Student, nach meiner Erinnerung Ägypter, bat Harro, ihm 1000 Mark zu leihen, weil er die Semesterferien in seinem Heimatland verbringen wollte. Ohne weitere Nachfrage öffnete Harro die Kasse, holte den erbetenen Betrag heraus und übergab diesen dem Studenten. Auf meine Nachfrage, seinerzeit waren 1000 Mark sehr viel Geld, ob er keine Befürchtung hätte, dass er das Geld nicht zurück erhalten würde, sagte Harro wörtlich: „Von den ausländischen Studenten bekomme ich geliehenes Geld immer zurück. Bei deutschen Kunden bin ich schon mehrfach reingefallen, aber nicht bei Studenten der TU.“
Ich gestehe ohne jegliche Übertreibung, dass nicht zuletzt Harro in nicht unerheblicher Weise zu meiner schnellen Entwicklung auf der Karriereleiter bei der Deutschen Shell Aktiengesellschaft beigetragen hat.
Harro ist und bleibt für mich der „Größte“.
Jürgen Dempewolf, Hameln

Gieriger Montane

Aus Harros Anekdoten-Fundus eine Geschichte über Reinhart Hoheneck:
Reinhart war ein echter Clausthaler, der Metallkunde studierte, glaube ich. Er war Mitglied in einer schlagenden Verbindung, den Montanen. Fest in meiner Erinnerung, weil er mir mal zu meinem Geburtstag einen Degen, bei den Verbindungsstudenten „Schläger“ genannt, geschenkt hat.
Zur Geschichte: Reinhart fuhr einen alten 280er Mercedes. Alles sehr schön, wenn das kleine Loch im Benzintank nicht gewesen wäre. Reinhart konnte nur eine bestimmte Menge Kraftstoff einfüllen, sonst lief der edle Saft wieder aus.
Einmal sah ich es schon von der Kasse aus durch das Fenster: Er hatte zuviel Kraftstoff eingefüllt. Es tropfte. Reinhart kam in den Verkaufsraum gestürmt, griff sich drei Päckchen Kaugummi. Hastig mit zittrigen Fingern riss er alle 15 Streifen auf und steckte alles auf einmal in den Mund. Nun wurde gekaut, was der Kiefer her gab. Dannlief er wieder zu seinem Benz, legte sich sofort unter das Auto und versuchte, mit dem gekauten Kaugummi das Loch im Tank abzudichten. (Ausgekautes Kaugummi war das einzige probate Mittel, das Benzin-fest war und den Tank abdichtete.)
Im Verkaufsraum war noch ein älterer Kunde, der nur gesehen hatte, wie Reinhart in Windeseile das Kaugummi ausgepackt, wie wild gekaut und ohne zu bezahlen den Laden verlassen hatte. Sein Kommentar: „So etwas Gieriges habe ich noch nie gesehen, so was will später einmal Führungskraft werden. Armes Deutschland.“
Harro

Ausgetrickst!

Gerhard Buntes, ein als etwas leichtsinnig bekannter Maschinenbauer, ich glaube er hatte schon sein Studium erfolgreich abgeschlossen, arbeitete, um seine Kenntnisse zu optimieren noch als Hilfsassistent im Institut für Tiefbohrkunde bei Prof. Lang.
Gerhard kam in einer verregneten Woche, an einem Freitag, ganz aufgeregt zu mir an die Tanke. Seine Worte: „Harro, ich bin in Not, ich brauche unbedingt 500,- DM. Du kannst dich fest darauf verlassen, spätestens wenn ich vom Institut Geld bekomme bin ich bei dir.“ Er fuhr ganz schnell mit seiner Barschaft, als wenn es lebensnotwendig wäre, in Richtung Stadt.
Samstag früh, ich hatte die Tanke gerade aufgeschlossen, stand Gerhard vor mir und gab mir 500,- DM zurück. In seiner anderen Hand, ich staunte nicht schlecht, befanden sich noch viele große Scheine. Nach meiner Frage, wieso er so plötzlich zu Geld gekommen sei, antwortete er: „Harro, ich habe dich ausgetrickst. Wenn ich dir gesagt hätte, ich will nach Bad Harzburg ins Kasino, hätte ich ja nie 500,-DM von dir bekommen.“ Wie wahr, wie wahr.
Harro

Tanken – nur bei Harro

Als wir (meine Frau und ich) endlich einen VW-Käfer gekauft hatten, Preis 1200 DM, Farbe blau, für die damaligen Verhältnisse viel Geld, hatten wir kaum Geld fürs Tanken und Reparatur. Wer hat uns bei der Reparatur geholfen? Harro. Als Dankbarkeit, nach einer großen Fahrt ( Hannover und zurück ) sind wir mit dem letzten Tropfen Benzin nach CLZ zurück und haben für 10 DM den Wagen getankt, was für das damalige Verhältnis viel Geld war. Wenn ein Ersatzteil fehlte, wer konnte uns helfen? Der gute Harro.
Nasser Fardjam

Traummann

Hallo Harro. Ich bin sicherlich nie eine Studentin gewesen, aber immer eine treue Kundin. Habe mich vom Bully, über Opel Kadett bis zum BMW Cabrio hochgewirtschaftet. Die Zeit bei Dir war immer toll. Du hast mir immer mit Rat und Tat zur Seite gestanden.
Ausserdem habe ich bei Dir meinen Traummann kennengelernt, der mir damals in den 80er Jahren mal den Tankdeckel geöffnet hat. Manchmal war frau eben zu schwach! Mit diesem Mann habe ich seit dieser Zeit immer noch einen sehr guten Kontakt und er wird immer mein bester Freund bleiben. In diesem Sinne, ich danke Dir.
Susanne Schöttler, Clausthal-Zellerfeld

Todeskandidat

Ich fuhr gemeinsam mit meinem damaligen Partner und seinem Opel A-Manta zu Harro's Tanke. Ich ging in's Geschäft und Harro sagte zu meinem Freund:"Schade eigentlich, so jung und schon fast tot!" "Junge, zieh doch mal die Radschrauben nach, eine hast Du schon verloren."
Auch dafür danke ich Dir.
Susanne Schöttler, Clausthal-Zellerfeld 

Nach der Mensa: Harro

Wieder einmal waren Semesterferien und ich, eine der „Geschwister Fürchterlich“, konnte endlich in die geliebte Heimat, den Oberharz, nach Clausthal fahren.Wenn mir in der „Säge 47“ nicht Hammer und Meißel in die Hand gedrückt wurden, konnte ich gerechter Weise ausschlafen, um mich dann direkt zum „Frühstück“ in der wegen ihres üppigen Nachschlags wunderbaren Mensa Clausthals einzufinden.
Dort fanden sich uns nicht unbekannte, autobegeisterte 6 bis 10 Menschen zum Mittagessen ein, um während der Nahrungsaufnahme tiefsinnige Fachgespräche zu ausschließlich einem Thema zu führen. Es war herrlich, dabei sein zu dürfen, ohne ein Wort zu verstehen! Nach 4 bis 6 „Puddings“, individuell sehr unterschiedlich und unglaublich, dies zu registrieren, wurde beratschlagt, wo man denn anschließend seine Zeit vertrödeln könne. “Lass’ mal zu Harro Kaffee trinken!“ war der grammatikalisch seltsame, aber durchaus verständliche Vorschlag, der sofort in die Tat umgesetzt wurde und damit Harros Mittags- und Arbeitsruhe beendete!
Wir fuhren ja nicht in „Sammeltaxis“ zur Tankstelle, um einen Kaffee aus dem Automat zu ziehen und ihn unauffällig etwas abseits zu trinken. Nein, wir erschienen! Oder besser: Wir traten auf! In 4 bis 7 mehr oder weniger röhrenden Untersätzen markierten wir unser Revier: Wir parkten nicht dort, wo es angebracht und vorgeschrieben war, sondern wo nach individueller Meinung der eigene Wagen am besten zur Geltung kam, sprich kreuz und quer auf Harros Tankstellengelände. Die Zapfsäulen ließen wir gerade noch frei.
Anschließend bevölkerten wir im Rudel den Verkaufsraum, wo der Kaffeeautomat hing (Dieses Teil war überhaupt das härteste in Sachen Hygiene, aber egal, es gehörte dazu!). Natürlich fehlten uns 50-Pfennig-Stücke, also waren Harro oder Werner gefordert, diese Probleme nun eines nach dem andern zu lösen.
Bewaffnet mit seinem Kaffee-Plastikbecher suchte nun jeder irgendeine Beute auf der Tankstelle aus, um diesem arbeitenden Opfer mit stets qualifiziertem Rat und weniger durch zupackende Tat zur Seite zu stehen.
Ich werde es nicht vergessen, wenn Harro in seiner unglaublichen Geduld erst nach 2 bis 3 Stunden endlich der Kragen platzte und er uns mit den Worten: „Mensch, geht doch endlich in die Börse“!!! von der Tanke jagte.
Harro, wie hast du dies nur ausgehalten? Es war aber doch schön!
Ich danke Dir für Dich und diese Zeit!
Karin Kern, geb. Schier, Einbeck. Ostern 2007
(Fotos von Karin finden sich in der Kundengalerie, weitere von ihr eingesandte in den Rubriken Autos und Tankstelle)

Heinel mit Kohle

Und wieder eine Story aus Harros Kiste:

„Es gab unter den Studenten auch einige wenige, die etwas mehr Geld zur Verfügung hatten als der Durchschnitt der Heinels. Heinels hießen die Studenten im Harzer Sprachgebrauch.

Also, da war ein persischer Heinel, einer von denen, die etwas mehr Geld zur Verfügung hatten. Er kaufte sich, was zu damaligen Zeiten (etwa 1966) sehr außergewöhnlich war, einen englischen Sportwagen. Welches Fabrikat weiß ich nicht mehr aber die Farbe: Typisch englisch - dunkelgrün.

Der zweisitzige Sportflitzer war sein ganzer Stolz – getrübt nur etwas von einer kleinen Parkplatzbeule, die die Fahrertür nicht gerade zierte. Die Beule musste beseitigt werden. Es ging los, unter meiner Regie hat Huschi geschliffen, gespachtelt und grundiert. Noch einmal und immer wieder. Endlich war ich zufrieden. Die Farbspraydose, die Huschi eigens aus England besorgt hatte, wurde geschüttelt, im Wasserbad etwas erwärmt und nun konnte lackiert werden.

Plötzlich ein Schrei, ganz England wurde verflucht. Erst persisch, dann englisch, und dann in deutscher Sprache. Was war passiert? Aus der Spraydose kam nicht, was drauf stand, sondern ein schönes Signalrot. Mein Kommentar machte die Sache nicht besser: „Du hast das Auto in der falschen Farbe gekauft.“

Harro

Sprüche rund ums Auto

Helga Szibor schreibt: "Ich kann für Harros Seite zwar keine Autogeschichten beisteuern, dafür aber ein paar schöne Zitate rund ums Auto:"

Anna Magnani: Ein Mann am Steuer seines Autos ist ein Pfau, der sein Rad in der Hand hält.

Walter Röhrl: Man kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein Auto braucht Liebe. 

Martin Luther King: Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit.

Stirling Moss: Es gibt zwei Sachen, von denen ein Mann nie zugeben wird, dass ersie nicht gut kann: Sex und Autofahren. 

Lisa Fitz: Die moderne Frau kennt den Unterschied zwischen einem Autoreifen und einem Mann. Ein Autoreifen muss mindestens einen Millimeter Profil haben. 

Jeanne Moreau: Beim Liebesspiel ist es wie beim Autofahren. Die Frauen mögen die Umleitung, die Männer die Abkürzung. 

Ernst R. Hauschka: Am Auto sieht der Außenstehende heute nicht nur, wie der Besitzer fährt, sondern auch, was er denkt.  

Helmar Nahr: Das Auto hilft uns, schneller zur nächsten Reparaturwerkstatt zu kommen, als es zu Fuß möglich wäre. 

Stirling Moss: Das erste Auto im Leben vergißt man ebensowenig wie die erste Frau.

Henry Ford: Die Japaner haben eine raffinierte Art, ihren Stahl in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Sie malen ihn an, stellen ihn auf vier Räder und nennen das ganze Auto. 

Niki Lauda: Ich glaube, dass jeder Autorennfahrer einmal zur Vernunft kommen muss, um mit diesem pubertären Sport aufzuhören. 

Ephraim Kishon: Im Anfang war das Benzin und der Vergaser. Dann schuf Gott den Motor und die Karosserie, die Hupe und das Verkehrslicht. Dann betrachtete er sein Werk und sah, dass es nicht genug war. Darum schuf er noch das Halteverbot und den Verkehrspolizisten, und als dies alles geschaffen war, stieg Satan aus der Hölle empor und schuf die Parkplätze. 

Anna Magnani: Wie ein Mann Auto fährt, so möchte er sein. 

Peter Sellers: Die Endstufe der Motorisierung ist erreicht, wenn das Parken mehr kostet als das Autofahren. 

Alexander Kerst: Frauen am Steuer haben eine ruhigere Hand, weil sie nicht die Kurven fürchten müssen, die neben ihnen sitzen.

Käfer-Saga
Ganz und gar sensationelle Geschichten erzählt Ulli Menzel aus seinem Käfer-Leben (auf den Link klicken): Vom 1. Auto, über Nr. 2, Nr. 3, Nr. 4/5 und Nr. 6. Lektüre unbedingt heiß empfohlen. Wie die automobile Geschichte von Ulli weiterging, ist in der Rubrik "Autos" zu bestaunen.
Ulli Menzel, Silzen

Wer einmal lügt…
Da sagt man: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Und wenn einer ständig lügt, na ja. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Da war der große Grieche (mit dem kleinen Hirn - den Zusatz durfte nur ich aussprechen). Der seine Lügen selbst glaubte.
Ich war mal wieder am bauen. Eine neue Kundentoilette. Uminas Hosipus, dessen Vater eine Fliesen und Sanitärartikelfabrik in Griechenland hatte, wollte mir unbedingt die Fliesen schenken. Selbst den Transport bis zum Zollamt in Seesen, wollte er bezahlen.
Um ihn mit seinem Katalog nun endlich loszuwerden, suchte ich mir, wenn auch
nur halbherzig, Fliesen aus. Bestellte gleich die doppelte Menge. Mit dem Gedanken: Das wird eh nichts - wer einmal lügt…
Leider weit gefehlt. Uminas Hosipus lieferte noch einige Quadratmeter mehr. Ich musste nur noch Zoll bezahlen. Bei der Menge recht ordentlich.
Fazit: Auch Lügner sagen mal die Wahrheit. Zu meinen Leidwesen.
Harro

Wie ich Harro kennen lernte
Im Frühjahr 1967 bat mich Studienfreund Achim Jahns, ihm beim Wechseln des Getriebes an seinem Käfer behilflich zu sein: „Mach ich gerne, aber wir brauchen Wagenheber, Böcke, einen 32er Ringschlüssel…“ „Besorg’ ich alles,“ so der optimistische Schrauber. Und richtig: Zum verabredeten Zeitpunkt stand alles auf dem Parkplatz vor dem Studentenwohnheim bereit.

„Wo hast Du denn das her?“

„Och, das habe ich an der kleinen Tankstelle gegenüber von der Börse geliehen.“

„Und was kostet das? Und was hast Du an Sicherheiten hinterlegt?“

„Nix, der ist nett, der hat mir das so gegeben.“

Ich konnte es nicht fassen. Den musste ich kennenlernen. Was ich noch am selben Tag tat. Und seit 40 Jahren sind wir jetzt Freunde. Danke, Harro!
Wolfgang Nickel, Hagen

Tanken 24/7
Nachts um 3. Es klingelt Sturm bei Harro, der zu dieser Zeit noch in der Tankstelle wohnt. Vor dem schwer verschlafenen Tankwart steht Franz H.: „Harro, tut mir leid, aber ich bin ohne Sprit bei Schulenberg liegen geblieben. Kannst Du mir den Kanister füllen?“ Harro, gutmütig wie immer, wirft die altertümlichen Schalter für Licht und Pumpe an, füllt den Kanister, geht zurück ins Bett.
Am nächsten Morgen: Harro öffnet die Tankstelle - und stutzt. Neben der Zapfsäule steht der nächtens gefüllte Kanister. Des Rätsels Lösung gibt es am Nachmittag. Franz H., für seine Zerstreutheit berühmt, hat sein Meisterwerk geliefert. Er ist ohne den Kanister zurück nach Schulenberg getippelt.
Wolfgang Nickel, Hagen

Von der Scham der Schuldner
Studenten sind knapp bei Kasse. Aber gefahren werden muss. Drum baute mancher Studiker im Laufe des Semesters eine erhebliche Latte bei Harro auf, die in der Regel nach fleißiger Arbeit in den Semesterferien auch wieder abgebaut wurde. Kurios aber war der Fall eines Harro-Schuldners, den ich bei einer Konkurrenztankstelle beim Barzahlen beobachtete. „Ich habe derzeit soviel Schulden bei Harro, ich traue mich nicht hin“, war die Antwort, als ich ihn zur Rede stellte. Als ob Harro nicht auch gerne mal Benzin gegen bar verkauft hätte…
Wolfgang Nickel, Hagen

Die Spur des Kuckucks
Gerichtsvollzieher Flakowski war in seinem Ford Taunus von Goslar in den Oberharz geeilt, um säumigen Zahlern der Kfz-Steuer auf den Pelz zu rücken. Offenbar nicht völlig uninformiert, erkundigte er sich bei Harro am Rollplatz nach meinem Verbleib. „Der sitzt in der Mensa“, brummte Harro - ob er mit diesem Hinweis erzieherischen Druck ausüben wollte? Jedenfalls tauchte der Mann mit dem Kuckuck in der Mensa auf, trat an unseren Tisch und fragte nach einem Herrn Nickel. „Der ist nicht hier“, sagte ich schnell, bevor sich einer der Kollegen verquatschen konnte.

Ich eilte zu Harro, gestand ihm meine Not, pumpte mir einige 100 Mark, und machte mich in meinem blauen 200er /8 auf die Suche nach Flakowski, den ich auch prompt im Uni-Neubaugebiet aufspürte, bevor er durch anhaltendes Nachfragen meinen Ruf hätte ruinieren können. Höchst erfreut nahm er meine Zahlung in Empfang, kramte seine Liste mit weiteren Schuldnern hervor und bat um meine Hilfe:

„Kennen Sie einen Ralf D.?“ - „Nö, leider nicht.“

„Oder einen Ulrich A.?“ - Nö, tut mir Leid.“

„Einen Jorge W.?“ - „Leider auch nicht.“

„Einen Dr. Günter N.?“ „Schade, ist mir völlig unbekannt.“

Irgendwann holte der Gerichtsvollzieher die genannten Herren sicher ein - aber an diesem Tag zog er einigermaßen unverrichteter Dinge wieder ab aus dem Oberharz.
Wolfgang Nickel, Hagen

Der Gemischdieb
Eines späten Abends fuhr ich auf Harros schon dunkle Tankstelle zu und sah, dass sich ein junger Bursche mit Moped an der Zweitaktsäule zu schaffen machte.

Der Pumphebel war durch Vorhängeschloss gesichert, weshalb der Junge den Einfüll-deckel entfernt hatte und durch Kippen der kleinen Säule mit Hilfe einer Blechdose an den edlen Saft zu gelangen suchte.

Natürlich bremste ich sofort, sprang aus dem Auto, um den dreisten Dieb zu packen. Dies misslang, weil dieser hastig sein Moped angeschoben hatte und auf und davon brauste. Ich folgte dem Moped, so schnell es ging, aber der Bursche bog geschickt in einen Feldweg, auf dem es nicht einfach war, ihm zu folgen.

Wenigstens konnte ich im Licht meiner damals in Mode befindlichen Weitstrahler á la Aaltonen, Mäkinen und Co. sein Kennzeichen ermitteln.

Stolz, wie ein kleiner Jach (damals beliebtester Polizist in Clausthal), präsentierte ich am nächsten Morgen Harro mein Fahndungsergebnis. Was hat Harro in seiner so menschlich großzügigen Art wohl gesagt? „Ach, lass doch das! Ich kann dem Bangel deswegen doch nicht seine Zukunft versauen!“
Wolfgang Nickel, Hagen

Harros Tanke wird zur Bank
Viele Studenten hatten ein „Konto“ bei Harro. Sie ließen anschreiben. Aber es gab auch den umgekehrten Fall - wie Harro erzählt:

„Da war in längst vergangenen Zeiten ein iranischer Student. Damals sagten wir noch persischer Student, oder kurz: Perser. Mohamed hatte mehr Geld zur Verfügung als seine persischen Studienkollegen. Wenn da nicht das Spielkasino in Bad Harzburg gewesen wäre. Nachdem er sehr viel, von seinem Vater eigentlich für den Ankauf von Maschinen bestimmtes Geld im Spielkasino gelassen hatte, riss bei seinem Vater der Geduldsfaden.

Der Vater gab mir etwa 3000,-DM mit der Maßgabe, Mohamed jede Woche eine bestimmte Summe auszuzahlen. Was dem Empfänger gar nicht gefiel: Ich wurde, wenn das Geld Mohamed nicht reichte, um Nachschlag angegangen, als Betrüger beschimpft, und, und, und: Aber es half nichts, ich blieb eisern und es gab nicht mehr. Übrigens auch zum Leidwesen anderer persischer Studenten. Denn es war keiner mehr da, den man ausnehmen konnte.

Als das Kapital so gut wie aufgebraucht war, kam frisches Geld aus Persien. Mohamed selbst brachte mir 3000,-DM. Und das Spiel ging wieder von vorn los. Mit allen Beschimpfungen.“

Dank aus Jevenstedt
Ich danke Harro für seine ständige Hilfsbereitschaft. Meine Borgward Isabella war auch manchmal kaputt und Harro konnte alles richten. Von 1973 bis 1986 verbrachte ich in Clausthal-Zeller5feld eine sehr schöne Zeit als Student.
Erwin Schröder, Jevenstedt (www.oldtimertreffen-Rendsburg.de)

Aktion Winterreifen
Im Jahre 1984 zog ich mit meiner Familie nach Buchholz in der Nordheide. Unser jüngster Sohn Frank hat aber aus Clausthaler Zeiten ein Schneesyndrom. Als er nun seinen ersten eigenen Ford Fiesta bekam, ging die erste Fahrt natürlich in den Harz. Schon kam der Notruf: Vater ich habe ja keine Winterreifen und hier liegt so viel Schnee. Mein Rat: Fahr zu Harro, du weißt doch noch, die Tanke in der Annerschberger. Und richtig: Harro hatte die passenden Winterreifen und unser Sohn kam heil wieder zu Hause an. Dafür Danke Harro!
Hans Günter Schonecke, Buchholz 

Verkaufsaktionen

Noch heute lache ich über die Verkaufsaktionen, nachdem Harro auf Messen war. Wenn Harro kam und sagte: "Du Harri, ich hab was für Dich...", dann war immer irgendwas im Busch. Spontan fallen mir z.B. die Regenschirme und die Heckbremsleuchten ein. Man kam im Sommer bei strahlendem Sonnenschein in kurzer Hose auf die Tankstelle und wollte eigentlich nur Hallo sagen und konnte nicht nach Hause gehen, ohne mindestens zwei Regenschirme (zu einem unschlagbaren Preis) gekauft zu haben.
Harri Stahm, Aurich

Harro erinnert sich an eine weitere Geschichte zu den Schirmen.
Nuri, ein ganz schwarzer Mann aus dem Sudan, wollte keinen Schirm kaufen. Ich überredete ihn dann doch noch mit den Worten: „Nuri, wenn der Schirm mit Wasser in Berührung kommt, geht er von selbst auf.“ Um es zu demonstrieren, tauchte ich die Schirmspitze in eine Pfütze, betätigte den Auslösemechanismus - und der Schirm war verkauft. Nachdem ich nun die Mechanik erklärt hatte, wollte Nuri ganz schnell seinen Freunden den Schirm zeigen und sie verblüffen. Die saßen nun alle im Café Fischer und wollten natürlich das auch nicht glauben. (1969 war das eine Neuheit). Also: Nuri raus, mitten auf den Kronenplatz – es regnete etwas. Nuri hielt den Schirm hoch, löste den Mechanismus aus und nun kam leider ein kräftiger Wind auf, Schirm flog weg, Nuri hatte nur noch die Krücke in der Hand. Zwölf andere Studenten lachten sich schlapp und Nuri ist längere Zeit nicht mehr ins Café Fischer gegangen.

Das Feuer
„Herr Schönfelder, Herr Schönfelder ………was wollt’ ich denn?“ Der Nachbar, der über die Schulstraße in Harros Verkaufsraum eilte - sein Name sei hier gnädig verschwiegen - war erregt und verwirrt. „Ach ja, bei mir brennt’s!“

Darauf Harro, ganz trocken: „Das ist nicht schön. Aber die Feuerwehr ist nebenan.“
Jochen Kruse, Birkenau

Der Hammer
Harros 500 g-Hammer mit kurzem Stiel gehörte zu seinen Lieblingswerkzeugen, da er mit ihm am liebsten die ersten groben Ausbeularbeiten durchführte. Eines Tages war dieser Hammer verschwunden und Harro fragte jeden, der bei ihm an der Shell-Tankstelle vorbeikam (so auch mich):
„Günther, hast Du vielleicht versehentlich meinen Hammer eingesteckt?“
„Aber Harro, ich klau doch kein Werkzeug, und schon gar nicht bei Dir!“
Wenig später zog ich mit meinem elf Jahre alten 200D, den ich auf Empfehlung von Wolfgang Nickel (‚Motor ist unverwüstlich, du hast viel Platz für den Umzug und du sitzt bequem wie in einem Sessel’) für 1100 DM in Zellerfeld gekauft hatte, nach München. Gut zwei Jahre später bekam ich ein neues Auto und räumte den 200D zum Verkauf aus. Ganz hinten und unten im Kofferraum kam Harros Hammer zum Vorschein! Was tun?
Für unseren nächsten Besuch in Clausthal band meine Frau Jutta eine große rote Schleife um den Hammerstil und ich stellte Harro den Hammer mit den Worten: "Harro, mit Dank zurück“ auf den Schreibtisch!
Worauf Harro ganz gelassen antwortete: Ach weißt du Günther, ich schenk dir diesen Hammer, ich habe mir schon längst einen neuen gekauft, den habe ich jetzt wie alle Werkzeuge mit einem Elektrogriffel gekennzeichnet.
Er zeigte mir seinen neuen Hammer, auf dem stand: „Bei Harro gestohlen"
Günther Neumann, München

Der chilenische Student
Wie alle Studenten, war auch "Horche" (Jorge) immer knapp bei Kasse. Er fuhr mit seinen Iso Grifo bei Harros Shell-Tankstelle vor und zwischen Harro und ihm entwickelte sich folgendes Gespräch, dessen Zeuge ich war:
Jorge: Meeeensch, Harro!
Harro: Horche, wieviel?
Jorge: Meeeensch, gib was Du kannst!
Woraufhin Harro seine Kasse öffnete und Ihm wortlos einen 50-Mark-Schein über den Tisch schob.
Jutta Neumann, München

Die Bürotasse
Durch meinen Beruf hatte es mich nach Ende meiner Clausthaler Studienzeit nach München verschlagen. Nach zwei Jahren besuchten meine Frau und ich mal wieder Clausthal. Auf der Autofahrt hatte sich eine prekäre Verkehrssituation ergeben (ein Drängler hatte uns auf der Autobahn bei 140 km/h auf dem linken Grünstreifen überholt). Das musste natürlich sofort Harro erzählt werden. Unser erster Weg führte uns also zur bekannten Shell-Tankstelle.Harro saß wie üblich hinter seinem Schreibtisch. Noch im Banne des Erlebten fing ich ganz aufgeregt an: „Also Harro, ich muss Dir was erzählen!“ Da fiel mein Blick auf seinen Schreibtisch und ich platzte heraus: "Mensch Harro, Du hast ja die selbe Bürotasse wie ich!" Worauf Harro in der ihm eigenen, trockenen Art erwiderte: "Günther, dazu bist du jetzt die lange Strecke von München hergekommen, um mir das zu erzählen? Toll!"Ich glaube, anschließend haben wir erstmal eine Viertelstunde lang gelacht.
Günther Neumann, München


 



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